Zitat von Unbekannt

 

Mein Lebenslauf!

Eigentlich wollte ich heute gar nicht kommen. Ich habe mich über mich selbst geärgert, so daß ich mich habe sitzengelassen und bin gegangen. Unterwegs habe ich noch einmal angerufen, aber da war ich nicht mehr da. -

Als ich vor 53 Jahren geboren wurde, war ich noch sehr jung. Meine Eltern waren gerade auf dem Felde Kartoffeln holen. Es war nicht unser Feld, aber wir holten dort immer unsere Kartoffeln.

Jetzt ist mein Vater im Gefängnis wegen seines Glaubens - Er glaubte, seine Miete nicht bezahlen zu müssen.

Ich war nicht alle Kinder, die wir hatten. Wir waren zu Hause 20 Geschwister und zwar 10 Knaben, 9 Mädchen und ein Blindgänger.-

Wir schliefen alle in einem Zimmer mit Gasmaske. Das Handtuch stand hinter der Tür. Da wir nur ein Bett hatten, war es mit dem Schlafen sehr schwierig. Das erste Kind wurde ins Bett gelegt und wenn es eingeschlafen war, wieder herausgenommen und an die Wand gestellt. Dann kam der Nächste an die Reihe. Mit dem Wecken klappte es nicht immer. Ich bin einmal 10 Tage stehen geblieben, ohne daß es auffiel.

Wir waren eine sehr intelligente Familie. Mein Bruder ist auf der Universität in Heidelberg - er steht in Spiritus, weil er zwei Köpfe hat. Ein anderer Bruder ist Verwandlungskünstler. Er geht mit einem alten Mantel in's Café und kommt mit einem neuen heraus. Der ältere Bruder ist Klempner. Was er am Tage klempt, wird am Abend erlötet. Ein anderer ist im Stadtbad tätig. Er steht dort als Brause, weil er einen Wasserkopf hat.

Wir waren eine sehr musikalische Familie. Meine Mutter nähte auf der Singer-Nähmaschine. Mein Vater war Pianoträger. Einer meiner Brüder war Sänger. - Er sank immer tiefer .... Jetzt brummt er schon zwei Jahre. Am musikalischsten war meine kleine Schwester. Sie ging schon auf der Geburt flöten.

Wir Jungen hießen alle Emil, bis auf Fritz, der hieß PAUL.

Meine Schwestern waren furchtbar dünn. Die eine mußte zweimal ins Zimmer kommen, damit man sie sah. Eine hat jetzt Zwillinge bekommen, die sehen sich sehr ähnlich, besonders der eine. Als ich 6 Jahre alt war, kam ich in die Schule. Ich war immer der Liebling der Lehrer. Verschiedene Klassen durfte ich zweimal besuchen, während die anderen in eine neue Klasse mußten. Brachten wir schlechte Zeugnisse nach Hause, bekamen wir Schläge mit dem Musklopfer. Brachten wir gute Zeugnisse nach Hause, gab es einen Groschen in die Spardose.- War dieselbe voll, wurde ein neuer Ausklopfer gekauft.

Anschließend kam ich zu einem Schmied in die Lehre. Er gab mir einen Hammer in die Hand und sagte: "Wenn ich nicke, dann schlägst du zu".- Er nickte nie wieder !

Ihm fiel auf, daß ich eine sehr langsame Aussprache habe und fragte mich, ob ich überhaupt schnell könne. "Ja", sagte ich, "Ich werde schnell müde."

 

Wie gesagt :

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